Geschichten aus Zagorje

Mythos von Veronika aus Desinić

Hrvatsko Zagorje ist berühmt für seine zahlreichen Geschichten und Mythen über Personen, die einst hier gelebt und geherrscht haben. Unsere Geschichte beginnen wir mit der Tragödie von Veronika aus Desinić, deren Knochen und Schädel im Schloss Veliki Tabor eingemauert wurden.

Der Überlieferung nach, war Veronika Desinić ein schönes Dorfmädchen aus Desinić, in das sich Friedrich, Sohn des großen Machthabers Hermann II. von Cilli, verliebte. Der Vater widersetzte sich ihrer Liebe, so dass das junge Paar nach Slowenien, nach Friedrichstein, floh und sich dort vermählte.

Unglücklicherweise dauerte es nicht lange bis Friedrichs Vater den Aufenthaltsort des jungen Liebespaares erkundete und, um sie zu fassen, sein Heer entsandte. Friedrich gelang es, Veronika vor den Soldaten zu retten und riet ihr, sich in Sveta Margita, einem kleinen Dorf hinter dem Gebirge Kalnik, zu verstecken. Ihm selbst gelang es leider nicht, dem Heer seines Vaters zu entkommen. Nach Anordnung seines Vaters warf man ihn in einen fensterlosen Kerker, der nur eine Öffnung hatte, durch die man ihm zu essen gab. Bald wurde auch Veronika gefasst und ebenfalls in einen fensterlosen am Eingang zum Veliki Tabor befindlichen Kerker geworfen. Hermann war fest entschlossen, dass Veronika sterben musste. Deshalb berief er Richter, die sie der schwarzen Magie beschuldigen sollten. Die Richter sahen jedoch Veronikas reines Herz und sprachen sie unschuldig. Im Gegenteil, sie befanden Veronika nur ihrer großen Liebe zu Friedrich schuldig. Dies versetzte den alten Hermann dermaßen in Wut, dass er den Befehl erteilte, Veronika zu ertränken. Veronikas Leichnam ließ er in die Wände des Schlosses einmauern.

Legende über die Entstehung der Weintradition

Die Weintradition in Zagorje hat ihre Wurzeln in der Antike, als die Römer während ihrer Heereszüge das Gebiet von Zagorje durchquerten. Auf Vinski vrh, wo heute berühmte Weine aus Zagorje hergestellt werden, hielten sich oft römische Soldaten auf und erfrischten sich mit Wein. Der Überlieferung nach wurden sie nachts von Elfen besucht, die sie mit ihrem Gesang zu neuen Schlachten ermutigten. Die Elfen versteckten die Waffen der schlafenden römischen Soldaten, um sie am Kampf zu hindern und die Kriege zu beenden. Das Echo der Elfenlieder hören die Weingärtner heute noch aus ihren Weinkellern, deren Zauberklang noch immer im Aroma und Geschmack des Weines spürbar ist.

Marija Bistrica